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Burgen mit Wanderwegen: Die besten Burgtouren Europas

Eine Burg zu besichtigen dauert ein bis drei Stunden; eine Burg zu erwandern, bedeutet, ihren Standort in der Landschaft wirklich zu verstehen. Viele der schönsten Burgen Europas liegen in Wanderregionen, wo Fernwanderwege die Anlagen verbinden oder wo der Blick auf die Burg von einem benachbarten Gipfel das eigentliche Erlebnis ist.

Rheinsteig und Rhein-Burgenweg

Der Rheinsteig auf dem Ostufer des Rheins verbindet auf 320 Kilometern zwischen Wiesbaden und Bonn Dutzende von Burgen und Burgaussichtspunkten. Das Teilstück zwischen Rüdesheim und Koblenz — der UNESCO-Welterbeabschnitt — bietet die spektakulärsten Burgblicke: Rheinfels, Gutenfels, Sterrenberg, Liebenstein, Marksburg. Tagestouren von 15 bis 20 Kilometern sind möglich; Fähren und Regionalbahnen ermöglichen bequeme An- und Abreise.

West Highland Way und Schlosslandschaft

Der West Highland Way in Schottland führt über 154 Kilometer von Milngavie bei Glasgow bis Fort William am Fuß des Ben Nevis. Die Route berührt keine großen Burgen direkt, aber sie verläuft durch die Glens und an Lochs, die von Burgsilhouetten gesäumt sind: Kilchurn am Loch Awe, Balmaha, Ardchullarie.

EuroVelo 6 und Burgenschloss Loire

EuroVelo 6 — die Radroute von Atlantik zu Meer — verläuft durch das Loire-Tal und verbindet Chambord, Amboise, Chenonceau und weitere Loire-Schlösser auf ebenem Gelände. Die Loire-à-Vélo ergänzt den Weg; geführte Touren sind buchbar.

Karpatenweg und Burgenpfad, Slowakei

Der Karpatenweg in der Westslowakei verbindet Devin, Bratislava, Cerveny Kamen, Beckov und weitere Burgen auf einem Weitwanderweg, der die natürliche Burgkette entlang des Karpatenbogen nachzeichnet.

Burgenwanderweg Pfalz

Die Pfalz zwischen Kaiserslautern und Bad Dürkheim hat eine der dichtesten Burgenkonzentrationen Deutschlands. Der Pfälzische Jakobsweg und der Burgenwanderweg Pfalz verbinden Trifels, Rietburg, Neuscharfeneck und Neuleiningen; kurze Steigungen führen von Tal zu Tal.

Cinque Castelli di Presela, Ligurien

In den ligurischen Apenninen gibt es Wanderwege, die mittelalterliche Burgen und Wachtürme verbinden, die die Küste kontrollierten. Die Kombination aus Mittelmeerblick und Burgkulisse ist einmalig.

Wandern in Burglandschaften: Praktische Tipps

Gutes Schuhwerk ist entscheidend: Viele Burgen stehen auf unebenen Felsgelände, und Zugangspfade sind oft nicht ausgebaut. Ein Kompass oder eine gute App genügt für markierte Routen; aber bei unmarkierten Zugängen zu Ruinen in abgelegenem Gelände empfiehlt sich eine topographische Karte.

Wasser: Gerade im Sommer ist die Flüssigkeitsmenge zu unterschätzen. Burgen auf Bergen haben selten Wasserquellen.

Licht: Frühe Morgenstunden sind für den Genuss von Burgen in Wanderregionen am besten — man ist oft allein, das Licht ist schön und die Temperaturen erträglich.

Zugänglichkeit

Nicht alle Wanderwege zu Burgen sind für alle Begehungen geeignet. Manche mittelalterliche Ruinen erfordern Kletterpfade, die für Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ungeeignet sind. Informationen auf den Websites der jeweiligen Burgen.

Auf der Karte erkunden

Burgen in ausgewiesenen Wanderregionen auf der Karte öffnen. Die Filterung nach Region zeigt, wo Burgdichten und Wanderwegnetze am besten übereinstimmen.