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Top 10 Burgen und Festungen in Albanien

Albanien ist eines der am wenigsten besuchten, aber burggeschichtlich faszinierendsten Länder Europas. Die illyrische, byzantinische, venezianische und osmanische Geschichte haben auf engem Raum eine Burglandschaft hinterlassen, die den meisten Westeuropäern weitgehend unbekannt ist. Dabei sind die albanischen Burgen keineswegs unbedeutend — einige gelten als die vollständigsten Festungsanlagen der gesamten Adria-Balkan-Region.

1. Rozafa-Festung, Shkodra

Rozafa auf einem Felsdreieck über dem Zusammenfluss von Drini und Buna ist die beeindruckendste Festungsanlage Nordalbaniens. Die Schichtung ist außergewöhnlich: illyrische, römische, byzantinische, venezianische und osmanische Mauerteile überlagern sich. Die Legende von Rozafa — einer Frau, die in die Fundamente der Festung eingemauert wurde, damit der Bau hielt — ist tief im albanischen und südslawischen Kulturgedächtnis verankert. Heute beherbergt die Festung ein Museum zur albanischen und venezianischen Geschichte.

2. Burg Berat, Berat

Die Burg von Berat auf einem Felsplateau über der weißen Stadt ist eine der größten erhaltenen byzantinisch-osmanischen Festungsanlagen Albaniens. Innerhalb der Mauern lebte bis vor wenigen Jahrzehnten noch eine Bevölkerung; Kirchen, Moscheen und Wohnhäuser koexistieren im Burginneren. Das Onufri-Museum in einer der Kirchen zeigt Werke des bedeutendsten albanischen Ikonenmalers des 16. Jahrhunderts. Berat ist UNESCO-Welterbe.

3. Burg Kruja, Kruja

Kruja war die Residenz von Gjergj Kastrioti Skanderbeg, dem albanischen Nationalhelden, der von 1443 bis 1468 das Osmanische Reich in einer Serie von Feldzügen aufhielt und 25 Jahre lang albanische Gebirgsstämme in einem losen Bündnis hielt. Die Burg selbst ist zum Teil osmanisch; das Skanderbeg-Nationalmuseum im Inneren ist ein Hauptwerk des albanischen Architekten Pirro Vasi. Der Bazar unter der Burg ist einer der authentischsten Marktbazare Albaniens.

4. Burg Porto Palermo, Saranda

Porto Palermo an der albanischen Riviera ist eine osmanische Dreiecksfestung aus dem frühen 19. Jahrhundert, errichtet von Ali Pascha von Janina auf einer kleinen Halbinsel über einer Bucht, die bis heute fast unberührt ist. Die ungewöhnliche geometrische Form und die türkisfarbene Bucht machen Porto Palermo zum meistfotografierten Burgmotiv Südalbaniens. Im kommunistischen Regime diente die Festung als Marinebasis.

5. Gjirokastra-Burg, Gjirokastra

Die Burg von Gjirokastra auf einem Bergrücken über der Ottomanenstadt ist eine der größten Festungsanlagen Albaniens. Ihre Grundform ist venetio-osmanisch; unter Ali Pascha von Janina wurde sie erheblich ausgebaut. Heute beherbergt sie das albanische Waffenmuseum mit einer der größten Sammlungen historischer Waffen der Region sowie ein amerikanisches Spionageflugzeug aus dem Kalten Krieg. Gjirokastra ist UNESCO-Welterbe.

6. Burg Durresi, Durres

Durres — das antike Dyrrachion, einer der ältesten und wichtigsten Adriahäfen — besitzt byzantinische Stadtmauern aus dem 5. und 6. Jahrhundert, die zu den am besten erhaltenen Frühmittelalter-Stadtmauern des gesamten Balkans gehören. Der Amphitheater neben den Mauern und die Ruinen verschiedener Epochen machen Durres zu einem kompakten archäologischen Geländekomplex.

7. Burg Lezhe, Lezhe

Lezhe — das antike Lissos — hat eine Burg auf einem Felsplateau über der Stadt, deren Geschichte bis in die illyrische Zeit zurückreicht. Gjergj Kastrioti Skanderbeg ist in der Franziskanerkirche am Fuß der Burg begraben; sein Mausoleum ist ein albanischer Nationalort.

8. Festung Elbasan, Elbasan

Elbasan besitzt eine ungewöhnlich vollständige osmanische Stadtfestung aus dem Jahr 1466, die Sultan Mehmed II. nach der Einnahme Albaniens bauen ließ. Die quadratische Grundform mit Ecktürmen ist noch deutlich lesbar; die Stadtmauern sind in Teilen erhalten und heute in die Stadtstruktur eingebettet.

9. Burg Petrela, Tirana

Petrela südöstlich von Tirana auf einem Felsvorsprung über dem Erzen-Fluss ist eine der am leichtesten von der Hauptstadt zugänglichen Burgen Albaniens. Skanderbeg nutzte Petrela als vorgeschobenen Beobachtungsposten; seine Schwester Mamice soll sie befehligt haben. Heute ist sie Restaurant und Aussichtspunkt.

10. Burg Himara, Himara

Himara auf der Riviera liegt auf einem Bergsporn hoch über dem Meer. Die Altstadt innerhalb der Festungsmauern ist ein Ensemble aus orthodoxen Kirchen und traditionellen Steinhäusern; die griechische Minderheit Südalbaniens ist hier besonders präsent.

Planungshinweise für Albanien

Albanien ist in den letzten Jahren für unabhängige Reisende deutlich besser erschlossen worden. Tirana ist der Ausgangspunkt; Berat und Gjirokastra sind Tagesausflüge oder Übernachtungsziele. Die albanische Riviera ist mit dem Bus von Saranda erreichbar. Mietwagen empfehlen sich für Rozafa und Kruja.

Auf der Karte erkunden

Alle albanischen Festungen auf der Karte öffnen. Die Verteilung zeigt die historischen Handelswege zwischen Adriaküste und Binnenland.