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Top 10 Schlösser im Loire-Tal

Das Loire-Tal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes ist UNESCO-Welterbe und enthält die größte Konzentration von Renaissanceschlössern in Europa. Die Loire war im 15. und 16. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Königshofs; die Valois-Könige bauten hier ihre Residenzen, und die Hochadelsfamilien folgten. Das Ergebnis ist eine Kulturlandschaft von europäischer Einmaligkeit.

1. Château de Chambord, Loir-et-Cher

Chambord ist das größte und aufwändigste Loire-Schloss: 440 Zimmer, 365 Kamine, ein einmaliger doppelläufiger Wendeltreppe, die Leonardo da Vinci zugeschrieben wird und die es erlaubt, die Treppe hinauf- und hinunterzugehen, ohne sich zu begegnen. Franz I. begann den Bau 1519 als Jagdschloss; der König bewohnte es nie dauerhaft — er verbrachte insgesamt vielleicht 40 Nächte dort. Die 5500 Hektar Wildpark bilden das größte ummauerte Waldgehege Europas. Der Blick von der Dachterrasse über die Kamine und das Waldland ist einmalig.

2. Château de Chenonceau, Indre-et-Loire

Chenonceau über dem Cher ist das einzige Loire-Schloss auf einem Fluss: Sein 60 Meter langer Galerienflügel überspannt den Cher auf fünf Bögen. Das Schloss gehörte Diane de Poitiers, Geliebte Heinrichs II.; nach seinem Tod übernahm es Katharina de' Medici und vollendete den Galerieflügel. Im Ersten Weltkrieg diente die Galerie als Lazarett. Heute ist Chenonceau das nach Versailles meistbesuchte historische Monument Frankreichs.

3. Château de Villandry, Indre-et-Loire

Villandry ist weniger bekannt als Chambord oder Chenonceau, aber einmalig: Es besitzt den vollständigsten historischen Renaissancegarten Europas in drei Terrassen — Ziergarten, Gemüsegarten und Wassergarten. Die Gartenanlagen wurden im frühen 20. Jahrhundert nach Renaissancevorbildern restauriert; das Resultat zeigt, wie Loire-Schlösser im 16. Jahrhundert ausgesehen haben müssen.

4. Château d'Amboise, Indre-et-Loire

Amboise auf einem Felsen über der Loire war die bevorzugte Residenz Karls VIII., der die italienischen Renaissance-Ideen aus dem Italienfeldzug hierher mitbrachte. Leonardo da Vinci lebte seine letzten drei Lebensjahre (1516–1519) in Clos Luce unmittelbar unterhalb des Schlosses; er ist in der Schlosskapelle Saint-Hubert begraben. Das Schloss war erheblich größer; nach der Revolution wurden Teile abgerissen.

5. Château de Blois, Loir-et-Cher

Blois ist das bedeutendste Architekturlehrstück des Loire-Tals: In einem einzigen Schloss vereinen sich gotische, Frührenaissanceund Hochrenaissance- sowie Barockbauteile aus dem 13. bis 17. Jahrhundert, sichtbar und lesbar. Franz I. ließ den berühmten Treppenturm im offenen Arkadenstil des 16. Jahrhunderts bauen. Katharina de' Medici hielt hier ihre Alchimie-Räume; Ludwig XIII. ließ seinen Bruder Gaston d'Orléans hier wohnen, der einen weiteren Flügel begann.

6. Château d'Azay-le-Rideau, Indre-et-Loire

Azay-le-Rideau auf einer Insel im Indre ist das eleganteste Loire-Schloss: ein Frührenaissance-Bau aus weißem Tuffstein, der sich im stillen Fluss spiegelt. Gebaut zwischen 1518 und 1527 von einem Finanzbeamten Franz I., demonstriert es den Aufstieg des Beamtenadels. Die innere Treppenanlage ist ein Meisterwerk frühfranzösischer Renaissancearchitektur.

7. Château de Cheverny, Loir-et-Cher

Cheverny ist das einzige bedeutende Loire-Schloss, das noch vollständig im Familienbesitz und bewohnt ist: Familie Hurault de Vibraye besitzt es seit dem 17. Jahrhundert. Das Interieur ist entsprechend authentisch und reich. Hergé nutzte das Schloss als Modell für das Schloss Moulinsart in Tim und Struppi.

8. Château de Langeais, Indre-et-Loire

Langeais enthält die älteste Burgruine Frankreichs — Fundamente eines Bergfrieds von Fulco Nerra, der sie um 994 bauen ließ — direkt neben einem Schloss aus dem 15. Jahrhundert. Im Innern ist die Trauungszeremonie Karls VIII. mit Anne de Bretagne 1491 in Wachsfiguren nachgestellt.

9. Château de Saumur, Maine-et-Loire

Saumur über der Loire ist das Bilderbuchschloss des Stundenbuchs des Herzogs von Berry: Die schlanken Türme mit ihren spitzen Dächern und die weiße Tuffsteinfassade sind ein Inbegriff des französischen spätgotischen Schlosses. Die Doppelnutzung als Wohnschloss und Festung ist an den Wehranlagen und der Schlosskirche ablesbar.

10. Château de Ussé, Indre-et-Loire

Ussé im Indre-et-Loire ist das Schloss, das Charles Perrault angeblich als Vorlage für das Schloss der schlafenden Schönheit diente. Die Silhouette aus weißen Türmen über dem Wald des Chinon ist ein Märchenbild.

Planungshinweise für das Loire-Tal

Tours ist der logische Ausgangspunkt; alle Schlösser sind innerhalb von 30 bis 60 Minuten mit dem Auto erreichbar. Per Fahrrad lässt sich die Loire-à-Vélo-Route mit mehreren Schlössern an einem Tag verbinden. Chambord liegt etwas abseits; es ist mit einem extra Halt eingeplant. Zwischen Mai und Oktober sind die Schlösser stark besucht; Morgenstunden oder Wochentage sind ruhiger.

Auf der Karte erkunden

Alle Loire-Schlösser auf der Karte öffnen. Die Konzentration entlang des Flusses und seiner Nebenflüsse Indre und Cher ist räumlich unmittelbar sichtbar.